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Was versteht man unter dem Begriff intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)?

Krankheiten, ein Unfall oder Fehlbildungen können zu Blasenentleerungsstörungen führen. Eine mögliche Therapie ist die intermittierende Selbstkatheterisierung mit einem Einmalkatheter.

Um die Kontrolle über die Urinentleerung wieder zu erlangen, wird Ihr Schließmuskel beispielsweise mit einer Botox-Therapie „verschlossen“ und Ihre Blase sammelt wie gewohnt Urin. Ein unwillkürlicher Harnverlust wird so vermieden.

Mit der intermittierenden Selbstkatheterisierung entleeren Sie selbstständig Ihre Harnblase, indem Sie in regelmäßigen Abständen einen Einmalkatheter (dünner, steriler, flexibler Schlauch) über die Harnröhre einführen und so den Urin aus dem Körper ausleiten.

Diese bewährte Methode kann die bevorzugte Behandlungsform von Blasenentleerungsstörungen sein.

Erfahren Sie mehr darüber, für wen diese Therapieform in Frage kommt.

Indikationen und Voraussetzungen für den ISK

 

Verletze ich damit nicht meine Harnröhre und Blase?
Tut das nicht weh?


Eine Katheterisierung mittels Einmalkatheter (ISK) darf NUR nach ärztlicher Anordnung durchgeführt werden. Wichtig ist die richtige Wahl der Kathetergröße und Katheterlänge. Die Größe (Durchmesser) des Einmalkatheters wird in CH (Charriére) angegeben.

Die meisten
Frauen benutzen die Größe CH 12 in Compact oder 20 cm
Männer benutzen die Größe CH 14 in der Länge von 40 cm

Die Größe ist jedoch individuell und wird von Ihrem Arzt bzw. dem Pflegepersonal bestimmt. Zudem sollten Sie nur "gleitfähige" Einmalkatheter mit sanften Katheteraugen“ (Öffnung an der Katheterspitze, damit der Urin abfließen kann) verwenden.

Der ISK tut nicht weh. Aber denken Sie daran, Sie führen einen Fremdkörper in Ihre Harnröhre ein. Das kann anfangs als störend und unangenehm empfunden werden. Doch schon nach ein paar Anwendungen ist dieses "Gefühl" verschwunden. Entspannen Sie sich bei der Einmalkatheterisierung und führen diese ohne Hektik und Stress an einen angenehmen Ort durch.

Betroffene, die den ISK erlernen, berichten oftmals von einem leichten Druck, wenn der Einmalkatheter den Schließmuskel passiert. Bei Männern kann dieser Druck bereits bei der Passage der Prostata (Vorsteherdrüse, die die Harnröhre umschließt) auftreten.
 

Tipp:

Bauen Sie die Blockaden in Ihrem Kopf ab. Das sind die häufigsten Schwierigkeiten bei der Durchführung der intermittierenden Selbstkatheterisierung (ISK). Unsere Harnröhre ist kein starrer Schlauch. Sie ist flexibel und innen ausgekleidet mit einer Schleimhaut – vergleichbar mit der Schleimhaut unserer Backen im Mundraum.

 

Warum gibt es verschiedene Katheter-Spitzen?

Für jedes Bedürfnis und Wohlbefinden die richtige Katheter-Spitze. Aktuell gibt es auf dem deutschen Markt drei gängige Spitzen für den Einmalkatheter:
 

Nelaton-Spitze

Diese Katheter-Spitze ist konisch zulaufend und wird in der Regel als Standardversorgung ohne besonderen anatomischen Problemen verwendet.
Geeignet für Frauen und Männer.
 

Tiemann-Spitze

Diese Katheter-Spitze wurde speziell für die Bedürfnisse der männlichen Harnröhre entwickelt. Sie ist wie ein kleiner „Haken“ leicht gebogen und passt sich somit der männlichen Harnröhre optimal an. Ideal bei Verengungen oder Schwierigkeiten bei der Passage der Prostata.
Geeignet für Männer
 

Kugel- bzw. Ergothan-Spitze

Hier endet der Katheter in einer kleinen flexiblen Kugel. Diese ermöglicht eine sanfte Katheterisierung da die Spitze die Harnröhre für die Einführung des Katheters „vorbereitet“ und der Katheter so sanft durch die Harnröhre gleiten kann.
Geeignet für Männer

 

Wie erlerne ich die intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK)?

Am Anfang hört es sich sehr ungewöhnlich an, einen Fremdkörper in die Harnröhre einzuführen. Die meisten Betroffenen bauen diesen blockierenden Gedanken schon nach kurzer Zeit ab und finden das Erlernen sehr einfach. Zusammen mit Ihrem Pflegepersonal in der Klinik oder Praxis, dem Arzt oder Kontinenzmanager werden Sie die ersten "Versuche" unternehmen, bevor Sie anschließend von ganz Alleine selbstständig katheterisieren.

Betroffene mit eingeschränkter Mobilität oder Handfunktion sollten sich Zeit lassen. Oftmals scheitert man an der Auswahl des richtigen Einmalkatheters. Wir unterstützen Sie sehr gerne bei der Wahl des richtigen Produkts - und das herstellerneutral.

Einmalkatheter Navigator für Frauen

Einmalkatheter Navigator für Männer


 

Muss ich meinen Tagesablauf umstellen, wenn ich den ISK durchführe?

Nein. Der ISK lässt sich ganz einfach in den Tagesablauf integrieren. Versuchen Sie regelmäßige Zeiten nach Ihrem Trinkverhalten für die Harnblasenentleerung zu finden. Ebenso wie wenn Sie auf Toilette müssen. So entwickeln Sie sehr schnell die benötigte Routine. Ein Trinkprotokoll kann sie hierbei sehr einfach unterstützen.

 

Und den ISK führe ich mein Leben lang durch?

Das ist immer von Ihrer persönlichen Situation abhängig. Manchmal wird der ISK nur nach Operationen notwendig. Bei einer Querschnittlähmung, Krankheit oder körperlicher Einschränkung kann es aber sein, dass Sie Tag täglich katheterisieren werden. Wichtig ist, dass Sie, wenn Sie auf eine intermittierende Selbstkatheterisierung eingestellt sind, diese auch regelmäßig durchführen. Nur so können Sie Ihren Körper gesunderhalten und Nierenschäden vorbeugen.

Erfahren Sie mehr über die Vorteile und Ziele der intermittieren Selbstkatheterisierung mit einem Einmalkatheter (Link: Ziele der intermittierenden Selbstkatheterisierung mit einem Einmalkatheter

 

Aber was sagen meine Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde?

Man wird Ihnen nicht ansehen, dass Sie Ihre Blase mittels Einmalkatheter entleeren. Wenn Sie nicht darüber sprechen wollen, wird es Niemand erfahren. Viele moderne Einmalkatheter sind klein und kompakt. Sie passen einfach und bequem in eine Tasche oder einen Rucksack. Ganz diskret.

Einmalkatheter werden über die Restmülltonne entsorgt.

 

Wie führe ich den ISK – intermittierenden Selbstkatheterismus mit einem Einmalkatheter durch?


ISK-Anleitung für Frauen

ISK-Anleitung für Männer

 

Einmalkatheter mit und ohne Auffangbeutel. Was ist der Unterschied und werden die Produkte von der gesetzlichen und privaten Krankenkasse übernommen?

Einmalkatheter gibt es mit und ohne integriertem Urin-Auffangbeutel.
 

Ohne Urin-Auffangbeutel:

Der Urin fließt direkt in die Toilette oder ein Auffanggefäß.

Über den Konnektor können Sie selbstverständlich jederzeit einen externen Urinbeutel anschließen. Diese Ergänzung zum Einmalkatheter ist ideal für die Katheterisierung, wenn keine Toilette erreicht werden kann. Beispiel: Unterwegs im Auto, Bett, Rollstuhl…

Als Hilfsmittel werden Einmalkatheter ohne Auffangbeutel von der gesetzlichen und privaten Krankenkasse übernommen. Sie benötigen ein Rezept von Ihrem behandelnden Arzt. Weitere Informationen zur Erstattung finden Sie in unserem Service-Bereich:

Zum Service-Bereich

 

Mit Urin-Auffangbeutel:

Dabei handelt es sich um ein geschlossenes System. Der Einmalkatheter ist bereits mit einem Urin-Auffangbeutel verbunden. Der Urin fließt direkt in das Beutelsystem und man benötigt keine Toilette in der Nähe. Die meisten Systeme können nach der Katheterisierung verschlossen und anschließend in die Toilette entleert werden. Ideal für unterwegs, bei Freunden oder wenn eine Katheterisierung in die Toilette nicht möglich ist.

Als Hilfsmittel werden Einmalkatheter mit Auffangbeutel von der gesetzlichen und privaten Krankenkasse übernommen. Die geschlossenen Systeme sind für unterwegs oder für außergewöhnliche Situationen gedacht. Daher gilt hier die Standard-1/3-Regelung.
  • Ein Drittel mit Auffangbeutel
  • Zwei Drittel ohne Auffangbeutel

Ausnahmen werden von den Krankenkassen nur mit medizinischer Begründung erstattet. Informationen zur Erstattung finden Sie in unserem Service-Bereich:

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