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Sicherheit im Alltag

Die beschriebenen Stomakomplikationen können bald nach der Operation oder auch Jahre später auftreten. Es kann zu Veränderungen am oder um das Stoma kommen.

Wichtig: Stomakomplikationen- oder veränderungen sind Anlass Ihren Arzt oder Ihre Stomatherapeuten aufzusuchen.

Um Komplikationen vorzubeugen sollten Sie generell nicht mehr schwer heben, da sich sonst durch die Bauchdeckenöffnung Hernien (Bruch) und Prolaps (Darmvorfall) bilden können. Alles, was über 5-10 kg an Tragegewicht bedeutet, kann gefährlich werden. Doch auch hierbei sei gesagt, dass Menschen mit trainierten Bauchmuskeln nicht so gefährdet sind, wie andere mit sehr weicher, „nach Süden zeigender“ Bauchanatomie.
Bauchdeckenbruch (Parastomale Hernie)
Eine Hernie macht sich bemerkbar durch eine Vorwölbung der Bauchdecke, die von der Größe her zwischen einem Ping-Pong-Ball oder Fußball sein kann.

Eine Bruchpforte ist tastbar, durch die der Darm zwischen die Bauchdeckenschichten treten kann. Es besteht die Gefahr das Darm oder Blutgefäße in dieser Bauchlücke eingeklemmt werden.

Falls Sie diese Symptome bei Ihnen feststellen, vereinbaren Sie bitte einen Vorstellungstermin bei Ihrem Arzt oder Ihrer Stomatherapeutin / Stomatherapeuten.

Ursachen: 
  • starke Gewichtszunahme
  • Bindegewebsschwäche
  • Überbeanspruchung der Bauchmuskulatur durch zu schweres Heben
  • Erhöhung des Bauchinnendrucks bedingt durch, zum Beispiel, ein Tumorrezidiv oder spezielle Hobbys wie Trompete blasen. Auch häufiges, starkes Husten wie bei Asthmapatienten erhöht den Bauchinnendruck.

Als Therapie kann Ihnen eine sogenannte „Stoma- oder Leibbinde (Stomabandage)“ mit Aussparung für das Stoma verschrieben werden.

Tipp: Vorbeugen erspart die beste Therapie, darum prophylaktisch: nicht mehr als 10 kg tragen.
Darmvorfall (Prolaps)
Ein Prolaps liegt vor, wenn der Darm mehr als 5 cm über die Bauchdecke hinaus ragt.

Dieses Erscheinungsbild löst oft großen Schrecken aus und ist problematisch in der täglichen Versorgung und Kleiderwahl.

Auch hier, wie bei der Hernie, bildet ein erhöhter Druck innerhalb des Bauchs die Hauptursache des Prolaps.

Wichtig: Falls Sie diese Symptome bei Ihnen feststellen, vereinbaren Sie bitte einen Vorstellungstermin bei Ihrem Arzt oder Ihrer/m Stomatherapeutin/en.

Als Therapie kann Ihnen eine sogenannte „Prolapskappe“ angepasst werden.

Tipp: Vorbeugen erspart die beste Therapie, darum prophylaktisch: nicht mehr als 10 kg tragen.
Verengung (Stenose)
Unter einer Stenose versteht man eine Verengung der Stomaöffnung. Die Stomaöffnung sollte mindestens für den kleinen Finger (10mm) durchgängig sein.

Die Stenose macht sich bemerkbar durch bleistiftförmige Stuhlgänge die abwechselnd mit Durchfall auftreten. Auch können Darmkrämpfe und ein aufgeblähter Bauch das Wohlbefinden beeinträchtigen.

Mögliche Ursache:
Wenn massive Hautentzündungen rund um das Stoma abheilen, kommt es zu Narbenbildungen, die zu einer Stenosierung/Einengung des Stomas führen können.

Wichtig: Falls Sie diese Veränderung bei Ihnen feststellen, vereinbaren Sie bitte einen Vorstellungstermin bei Ihrem Arzt oder Ihrer/m Stomatherapeutin/en.
Zurückziehung (Retraktion)
Bei einer Retraktion bildet das Stoma eine trichterförmige Einstülpung in der Bauchhaut. Sie entsteht bei weichen Bauchdecken oder/und Gewichtzunahmen nach der Operation.

Die Retraktion bedingt meist eine sogenannte „konvexe“ oder vorgewölbte Versorgung, eventuell mit zusätzlichen Hilfsmitteln (Hautschutzpaste oder – Ringe, Gürtel), um die Dichtigkeit der Versorgung gewährleisten zu können.
Schleimhautblutung
Es handelt sich um Blutungen der Stoma-Schleimhaut. Eine Blutung, die bei der Reinigung des Stomas auftreten kann, ist meist oberflächlich und vergleichbar mit Blutungen des Zahnfleisches beim Zähneputzen. Somit also unbedenklich.

Tipp: Schleimhautblutungen können leicht durch die Auflage einer kalten Kompresse zum Stillstand gebracht werden.
Oberflächliche Hautentzündung (Follikulitis)
Die Follikulitis ist eine oberflächliche Entzündung der Haarfollikel (Haarbalg).

Durch das Ausreißen der Körperhaare beim Versorgungswechsel entstehen frische Verletzungen, in die Bakterien eintreten. Es entstehen Pusteln mit einem schmalen roten Entzündungshof eventuell mit schuppigem Rand.

Tipp: Beugen Sie vor, indem Sie regelmäßig rasieren.
Toxisches Kontaktekzem
Die häufigste Erkrankung der Haut bei Stomaträgern ist das sogenannte Kontaktekzem. Mit dem Begriff „Kontakt“ wird verdeutlicht, dass es sich hierbei um den Kontakt mit den für die Bauchhaut reizenden Substanzen, wie Stuhl oder Urin gekommen ist. In der ersten Phase zeigt sich eine Hautrötung, die auch nach mehreren Minuten bleibt. In der zweiten Phase zeigen sich Bläschen, die sich in der dritten Phase zu Hautverletzungen öffnen. Die oberste Hautschicht löst sich auf und blutige Veränderungen sind zu erkennen. Die Symptome sind anfänglich brennen und jucken unterhalb der Stomaversorgung, danach treten Schmerzen ein.

Tipp: Lassen Sie es nicht soweit kommen! Beugen Sie vor in dem sie die Bauchhaut mit Versorgungsmaterial vor Ausscheidungen schützen (dichte Versorgung). Auf regelmäßigen Versorgungswechsel ist zu achten.

Auch bei schon verletzter Haut bietet das hydrokolloide Versorgungsmaterial gute Heilungsvoraussetzungen. Vorsicht ist allerdings bei der Verwendung von Paste geboten, da sie flüchtigen Alkohol enthält und ein Brennen verursachen kann. Das Wichtigste ist die Dichtigkeit der Versorgung, damit die Haut in Ruhe abheilen kann. Auch kann eine Creme einen positiven Einfluss bei Hautrötung haben.